Abraham David Christian

Tänzerin, 1989

Abraham David Christian vertraut auf die Ruhe, die einfache Wahrnehmbarkeit und besondere Materialität seiner Skulpturen. Der aus der Mitte der Skulptur heraus definierte Körper ist für seine stelenartigen Bronzearbeiten grundlegend. Dem Bildhauer ist es wichtig, dass die Formen seiner Skulpturen durchgehend für Betrachter nachvollziehbar sind, dass man sich ihre Entstehung vorstellen kann, dass ihre Titel einleuchten.

Ergänzung

Zurückgezogen arbeitend, hat sich Christian seit Langem mit grundsätzlichen Fragen bildhauerischer Formen beschäftigt und neben seinen Bronzearbeiten sowohl Skulpturen aus Papier als auch mit Erde hergestellt. Wenn Betrachter seinen Werken begegnen, möchte er wenige Vorgaben für ihre Interpretationen machen: ihm ist die Offenheit des Blickes sehr wichtig. Wiederholt hat er sogar seine Autorenschaft an Kunstwerken niedriger bewertet als das, was daraus in den Köpfen der Betrachter entsteht.

Kommentar

Man kann sich mühelos vorstellen, dass sich Abraham David Christians Stahlskulptur mit dem Titel „Tänzerin“ aus der Idee der Rotation entwickelt hat, wie bei einer Tänzerin oder einem gedrechselten Spielkegel aus einem Gartenschach. Meist wird man die Skulptur vom Weg am Donauufer aus wahrnehmen – dann ist die Figur auf ihrem kleinen gemauerten Sockel in Untersicht zu sehen, fast wie auf einer Bühne. Von der Terrasse des Edwin-Scharff-Hauses aus begegnet man ihr eher auf Augenhöhe. Gerade so, als habe die Tänzerin sich nach einer Veranstaltung kurz an die frische Luft begeben.

Impuls

Wie groß ist die Tänzerin eigentlich wirklich? Könnte man sie sich als Solistin oder Tanzpartnerin wahrnehmen?

Zweiter Blick

Die Tänzerin und ihre Umgebung

Alphabetische Übersicht