Ramboll Studio Dreiseitl

Gestaltung Heiner-Metzger-Platz, 2002-2005

Ein skulpturales Wasserspiel, neu angepflanzte Bäume, eine Kletterwand, ein Gartenschach, ein öffentliches Tischfußballset, ein Sandkasten, leicht reliefierte Sitzwürfel entlang der Platzbegrenzung: Das Ensemble des Heiner-Metzger-Platzes in Neu-Ulm trägt den vielen Anforderungen Rechnung, die verschiedene Teile der Stadtgesellschaft an einen Platz haben. Das gestaltende Büro Ramboll Studio Dreiseitl hat diese Elemente in enger Kommunikation mit der Neu-Ulmer Bevölkerung als Mehr-Generationen-Platz entworfen. Unter anderem war die örtliche Peter-Schöllhorn-Schule seit 2001 eingebunden, 2002 führte ein Workshop zur endgültigen Planung.

Ergänzung

„Petrusplatz, Rathausplatz und »Heiner-Metzger-Platz« – diese Platzfolge ist für die Stadt Neu-Ulm ein bedeutender Faktor für das Funktionieren der Innenstadt und erster Baustein der Innenstadterweiterung.“ Pragmatisch umreißt die Darstellung des Büros Ramboll Studio Dreiseitl die anspruchsvolle Aufgabe, die sich für die Neugestaltung des Heiner-Metzger-Platzes in Neu-Ulm gestellt hat. Auf Gestaltungen mit Wasser spezialisiert, haben die Planer nicht nur den spektakulären Wasservorhang konzipiert, das Auffangen des versickernden Wassers sorgt auch noch dafür, dass der Brunnen ausschließlich mit Grundwasser versorgt werden kann.

Kommentar

Es geht um nichts weniger als einen ersten Eindruck, den Reisende von Neu-Ulms Innenstadt gewinnen, nachdem sie den bereits geplanten massiven Gebäuderiegel entlang der Bahnhofstraße passiert haben. Und für die alteingesessenen Neu-Ulmer ist diese Gestaltung und die Umbenennung ein ungewohnter Ersatz für den seit Menschengedenken hier befindlichen ehemaligen Bahnhofsplatz. Auch das Bahnhofsgebäude existiert nicht mehr – und immerhin hängen gerade an einem solchen Gebäude üblicherweise viele Erinnerungen: an Abschiede, Wiedersehen und große Reisen. Eine solche Aufladung kann ein neuer Platz kaum haben. Aber die besondere Form und Atmosphäre des Heiner-Metzger-Platzes ist geeignet, dass man sich in einigen Jahrzehnten ähnlich nostalgisch erinnert: an Spielen im Wasser, an Sitzen unter Bäumen oder auch nur an ein Verfahren, das die Bevölkerung an der Gestaltung ihres Stadtraums beteiligte.

Impuls

Kann man von einer Einteilung des Platzes für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen sprechen – und woran wäre das zu erkennen? Und warum tanzt ein Block aus der Reihe der Sockel entlang der Ludwigstraße? Gehört er eigentlich zur Platzgestaltung?

Zweiter Blick

Heiner-Metzger-Platz: Betonquader, Bäume, Kletterwand und Wasserspiel

Seitenblick

Ein geodätischer Referenzpunkt der Landesvermessungsverwaltung Bayern hat die Folge der Quader am Rand des Platzes verlängert. Eine Infostele der Stadtgeschichten Neu-Ulm berichtet über die Geschichte dieses ehemaligen Bahnhofsvorplatzes.

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